Nackenschmerzen ade!

Wobei die meisten Kunden aufgrund der professionellen und zielgerichteten Behandlung die Praxis „aufrechter“ und auf alle Fälle gestärkter wieder verlassen. Was jeder selbst dazu beitragen kann, um seinen Körper zu trainieren, erfahren wir im nachfolgenden Artikel.

Wer kennt das nicht? Am Ende einer langen Schicht im Auto meldet sich der Rücken mit verschiedensten Beschwerden. Kein Wunder: Das Auto als täglicher Arbeitsplatz stellt für unseren Körper eine ganz besondere Herausforderung dar. Durch die monotone Körperhaltung verkürzen sich einerseits manche Muskelgruppen, während andere Muskeln ständig gefordert werden. Gleichzeitig erhöht sich durch die Konzentration auf den Verkehr und die Kunden der Grundtonus in unserer Muskulatur noch zusätzlich. Besonders Nacken und Schultergürtelbereich melden sich dann oft und hartnäckig mit Beschwerden.

Die Folge: die Durchblutung in unserer Rücken-, Schulter- & Nackenmuskulatur vermindert sich, die Muskeln ermüden rascher und die Neigung zu muskulären Verspannungen nimmt zu. Damit nicht genug: Starke Nackenbeschwerden können oft auch in die Arme und zwischen die Schulterblätter ausstrahlen.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Denn bereits ein paar einfache, kleine Übungen helfen, die Fahrten im Auto rückenschonender zu gestalten, muskuläre Verspannungen zu lösen und die Körperhaltung zu verbessern. Das Beste daran: Alle diese Übungen lassen sich ganz einfach in den Arbeitsalltag integrieren. So haben Nackenschmerzen am Ende des Arbeitstages erst gar keine Chance!

Mit der richtigen Haltung zu weniger Schmerzen!

Ihren Ursprung haben Rückenbeschwerden häufig in der Sitzhaltung im Auto. Denn die meisten Autositze sind leider alles andere als rückenfreundlich. Umso wichtiger ist es, den Sitz so optimal wie möglich einzustellen. So können Sie auch Überlastungen und Verspannung im Nacken und Schulterbereich frühzeitig vermeiden.

  • Die Sitzlehne sollte nicht zu weit nach hinten geneigt sein, damit der Rücken nicht in eine runde Haltung, und in Folge der Kopf in eine ungünstige Position gezwungen wird.
  • Die Rückenlehne unterstützt die Schultern. Es sollte möglich sein, das Lenkrad mit leicht angewinkelten Armen zu bedienen, wobei die Schultern gleichzeitig leicht angelehnt bleiben können.
  • Damit die Kopfstütze den ganzen Kopf unterstützten kann, sollten die Oberkanten der Stütze und des Kopfes übereinstimmen.
  • Mit dem Gesäß so nah wie möglich an die Rückenlehne rutschen.
  • Der Sitzabstand zu den Pedalen sollte eine leichte Beugung in den Kniegelenken zulassen.

Während der Fahrt die richtigen Muskeln kräftigen!

Auch während den Taxifahrten kann die Körperhaltung ganz unauffällig immer wieder optimiert werden, indem die obere Rückenmuskulatur aktiviert wird. Das führt zu einer aufrechteren Haltung und damit zu einer Entlastung des Nackens. Das Wechselspiel aus An- und Entspannung fördert außerdem die muskuläre Durchblutung in der oberen Rückenmuskulatur und beugt dadurch Verspannungen vor.

  • Ziehen Sie während der Fahrt immer wieder beide Schultern sanft nach hinten zusammen Richtung Wirbelsäule. Stellen Sie sich dabei vor, dass Sie zwischen Ihren beiden Schulterblättern einen kleinen Ball festhalten möchten. Halten Sie diese Anspannung für 2-3 Atemzüge und lösen Sie diese dann vollständig wieder.

Achten Sie dabei darauf, dass Ihr Kinn während der Übung locker und entspannt leicht zum Brustbein sinken kann und ihr Scheitel leicht nach oben zur Decke zieht. Ihre Arme können entspannt im unteren Bereich des Lenkrads liegen bleiben.

Kurze Fahrtpausen zum Entspannen nützen!

Sei es an der roten Ampel, im Stau oder beim Warten auf den Kunden: Auch kurze Fahrtpausen können optimal zum Mobilisieren des Schultergürtels sowie zum Auslockern und Entspannen der Nackenmuskeln genützt werden. Je öfter, desto besser.

Schultern rollen

Lösen Sie die Arme vom Lenkrad. Kreisen Sie Ihre Schultern zuerst locker nach vorne hoch zu den Ohren und dann langsam nach hinten unten in die Ausgangsposition zurück. Kombinieren Sie die Bewegung mit Ihrer Atmung: Einatmen beim Hochkreisen zum Ohr, Ausatmen beim Fallenlassen nach unten. Diese Übung können Sie mit beiden Schultern gleichzeitig oder aber auch abwechselnd einseitig durchführen.

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Kopf rollen

Lassen Sie Ihren Kopf entspannt für einen Atemzug nach unten zum Brustbein hängen. Machen Sie dann mit dem Einatmen einen Halbkreis mit dem Kopf zur rechten Seite. So als ob Sie über Ihre rechte Schulter nach hinten blicken möchten. Mit dem Ausatmen kommen Sie zur Mitte zurück. Dann wiederholen Sie dieselbe Drehbewegung zur linken Seite.

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Extra-Tipp: Achten Sie während Ihrer Taxifahrten darauf, dass keine Zugluft direkt auf Ihren Nacken bläst. Sei es durch offene Fenster oder die Belüftung. Zugluft kann nämlich zusätzlich zu muskulären Verspannungen führen!

Bringen Sie Bewegung in Ihre Stehzeiten am Taxistand!

Stehen Sie so oft wie möglich auf und gehen Sie an der frischen Luft einige Schritte um Ihr Taxi.

Armpendel

Schwingen Sie dabei zusätzlich Ihre Arme bewusst und etwas übertrieben nach vorne und hinten. Je mehr Schwung desto mehr Effekt für Ihren Schultergürtel & Nacken. Lassen Sie die Bewegung ruhig bis in Ihren Brustkorb weiterlaufen. Atmen Sie dabei richtig tief durch! Die frische Luft aktiviert nicht nur Ihren Kreislauf, sondern versorgt auch Ihre Muskulatur mit wichtigem Sauerstoff.

Brustkorb öffnen

Nützen Sie die Zeit auch um verkürzte Nacken- und Schultermuskulatur zu dehnen.

Verschränken Sie stehend Ihre Hände hinter Ihrem Rücken und ziehen Sie nun sanft Ihre Hände Richtung Boden. Lassen Sie dabei Ihren Kopf locker nach vorne hängen. Halten Sie die Dehnung für zwei bis drei Atemzüge. So öffnen Sie Ihren Brustkorb und entspannen Ihre vordere Schultergürtelmuskulatur.

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Nackenmuskel dehnen

Neigen Sie Ihren Kopf seitlich zur linken Schulter bis Sie ein sanftes Dehnen in Ihrer rechten Nackenmuskulatur spüren können. Halten Sie die Dehnung für 2-3 Atemzüge. Achten Sie darauf, dass Ihre rechte Schulter dabei leicht Richtung Boden zieht. Sie können die Dehnung mit Ihrer Hand sanft verstärken. Dann wechseln Sie die Seite.

Achtung! Führen Sie alle Übungen bitte immer nur schmerzfrei durch.

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Heute ist besser als morgen!

Schieben Sie Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden nicht auf die lange Bank. Beginnen Sie gleich heute mit der einen oder anderen kleinen Übung. Ihr Nacken wird es Ihnen mit Sicherheit danken.

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Daniela Weber

Physiotherapeutin, Osteopathin, Yogalehrerin

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Copyright Bilder A. Zednicek / Praxis in der Innenstadt

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04.04.2022